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Stromvertrieb/-Handel

Der deutsche Strommarkt war auch im Jahr 2018 durch einen starken Wettbewerb geprägt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) betrug der Anteil der Privatkunden, die von Beginn der Marktöffnung bis 2018 mindestens einmal den Versorger gewechselt haben, rd. 44 %. Insgesamt lag der Stromabsatz in Deutschland im Jahr 2018 nach Angaben des BDEW um rd. 0,5 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. In diesem Marktumfeld konnten wir folgende Stromabsatzmengen realisieren:

  • Im Großkundensegment waren die Lieferungen an die Kunden um 1,7 % rückläufig. Im Kleinkundensegment sank der Absatz um 2,2 %. Insgesamt reduzierte sich der Stromabsatz an Endkunden in 2018 auf 1.406 Mio. kWh um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr
  • Beim Verkauf von Handelsmengen lag das Volumen mit 416 Mio. kWh um rd. 102 % über dem Verkauf des Vorjahres. Im Rahmen des vertriebsorientierten Stromeigenhandels ergaben sich in Abhängigkeit des Stromeinkaufs deutliche zusätzliche Verkaufsmengen.


Auch im Jahr 2018 haben die Energiepreise ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Der durchschnittliche Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent Frontmonat lag 2018 mit 68,94 US-$ ca. 6 % über dem Vorjahreswert. Die Erdgaspreise dotierten im Jahr 2018 im Mittel für das Frontjahrprodukt im Marktgebiet NetConnect Germany (NCG) mit 20,70 €/MWh ca. 22 % höher als in der Vorperiode. Beim durchschnittlichen Strompreis zeigte sich nach einem anhaltenden rückläufigen Trend seit 2011 erstmals in 2017 eine Kehrtwende, die sich auch in 2018 fortsetzt. Für das Terminprodukt Base mit Lieferung im Folgejahr ist der Preis um rd. 35 % auf 43,92 €/MWh gestiegen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den Anstieg der Preise für Kohle und Gas, der wiederum auf steigende Preise bei CO2 Zertifikaten zurückzuführen ist. Die kontinuierlich anwachsende Einspeisung von regenerativen Energien, vor allem Windenergie, dämpft die steigenden Preiseinflüsse.

Im Berichtsjahr wurden die Kleinkundenpreise nicht angepasst. Zuletzt wurden die Preise der REWAG KG bei der Grundversorgung und den Stromsonderprodukten der Kleinkunden im Stammnetzgebiet zum 01.01.2017 um 1,00 ct/kWh erhöht. In fremden Verteilnetzen wurden zum 01.06.2017 die Standardproduktpreise um 2,00 ct/kWh und die Preise der Heizstromverträge um 1,00 ct/kWh angehoben.

Bei den Sondervertragskunden erfolgten im Berichtszeitraum, entsprechend den vertraglichen Laufzeiten und unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation, Preisanpassungen. Die jeweiligen Preisanpassungen orientierten sich an den geltenden Marktpreisen.

 

Entwicklung des Stromabsatzes im Endkundengeschäft in Mio. kWh

Der Stromverkauf an die Endkunden ist mit rd. 73 % durch den Absatz an Großkunden geprägt (1.021 Mio. kWh). Gegenüber dem Vorjahr nahm der Verkauf um 1,7 % ab. Der Absatz an die Kleinkunden, das sind in der Regel die Haushalts-, Kleingewerbe-, Landwirtschafts- und Heizstromkunden mit 385 Mio. kWh (= 27 %-Anteil) ging um 2,2 % zurück.

 

 

 

Entwicklung der Kundenzahl im Endkundengeschäft

Insgesamt reduzierte sich die Zahl der Vertriebskunden um 196 auf 138.124, davon betreffen die Großkunden 1.488 (+ 45) und die Kleinkunden 136.636 (- 241).

Stromerzeugung

Die Stromerzeugung aus den Anlagen des Waldwindparks „Fasanerie“, der Windkraftanlage „Bärenholz“, „Deindorf“ und „Wetterberg-Laub“, der Blockheizkraftwerke und der Photovoltaikanlagen betrug insgesamt 86,2 Mio. kWh (+ 14,8 %). 

Die REWAG hält einen 70%igen Anteil an der Lindenhardt GmbH & Co KG. Diese betreibt den Windpark „Tannberg“. Des Weiteren erwarb die REWAG KG im Dezember 2014 100 % der Anteile an der Windpark Hohenstein GmbH & Co KG mit drei Windkraftanlagen. Außerdem hält die REWAG einen 50%igen Anteil an der REGAS KG. Diese betreibt Biogasanlagen. Aus den Windparks sowie des BHKW Schwandorf I entfallen auf die REWAG Erzeugungsmengen von 40,1 Mio. kWh (Vorjahr: 43,1 Mio. kWh).

Unter Berücksichtigung unseres Erzeugungsanteils aus den Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2018 damit Strommengen in Höhe von 126,3 Mio. kWh (Vorjahr: 118,2 Mio. kWh = + 6,8 %) erzeugt. Das sind rd. 39 % (Vorjahr: 36 %) am gesamten Haushaltsstromverbrauch.

 

Stromverteilung

Stromnetzbetreiber ist die Regensburg Netz GmbH. Die REWAG KG hat ihre Stromanlagen per Betriebspachtvertrag an die Netz GmbH verpachtet, dafür erhält sie analog der regulatorischen Ausgangsgrößen einen jährlichen Pachtzins. Weiterhin ist die REWAG für die Betriebsführung des Stromnetzes zuständig, was wiederum durch die Netz GmbH über einen Betriebsführungsvertrag vergütet wird. Insgesamt erzielte die REWAG in 2018 dadurch Umsatzerlöse von 20,6 Mio. €.

 

Weitere Daten 2016 2017 2018
Netzlänge km 4.177 4.229 4.269
eingebaute Zähler 142.342 144.018 144.750
eingebaute EEG-Zähler 4.943 5.197 5.478
Hausanschlüsse 45.291 45.897 46.350