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Stromvertrieb/-Handel

Der deutsche Strommarkt war auch im Jahr 2017 durch einen starken Wettbewerb geprägt. Laut BDEW betrug der Anteil der Privatkunden, die von Beginn der Marktöffnung bis 2017 mindestens einmal den Versorger gewechselt haben, rd. 43 %, wobei sich in den letzten drei Jahren das Wechselverhalten deutlich verlangsamt hat. In diesem Marktumfeld konnten wir folgende Stromabsatzmengen realisieren:

  • Im Großkundensegment waren die Lieferungen an die Kunden um 8,2 % gestiegen. Im Kleinkundensegment sank der Absatz um 2,0 %. Insgesamt erhöhte sich der Stromabsatz an Endkunden in 2017 auf 1.432 Mio. kWh um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Beim Verkauf von Handelsmengen lag das Volumen mit 206 Mio. kWh um rd. 174 % über dem Verkauf des Vorjahres. Im Rahmen des vertriebsorientierten Stromeigenhandels ergaben sich in Abhängigkeit des Stromeinkaufs deutliche zusätzliche Verkaufsmengen.
  • Beim durchschnittlichen Strompreis zeigt sich nach einem anhaltenden rückläufigen Trend seit 2011 erstmals in 2017 eine Kehrtwende. Für das Terminprodukt Base mit Lieferung im Folgejahr ist der Preis um rd. 22 % auf 32,38 €/MWh gestiegen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den Anstieg der Preise bei den Brennstoffkosten Kohle und Gas. Die kontinuierlich anwachsende Einspeisung von regenerativen Energien, vor allem Windenergie, dämpft die steigenden Preiseinflüsse.


Die Preise der REWAG KG wurden bei der Grundversorgung und den Stromsonderprodukten der Kleinkunden im Stammnetzgebiet zum 01.01.2017 um 1,00 ct/kWh erhöht. In fremden Verteilnetzen wurden zum 01.06.2017 die Standardproduktpreise um 2,00 ct/kWh und die Preise der Heizstromverträge um 1,00 ct/kWh angehoben. Ursachen für die Preisanpassungen waren insbesondere die gestiegene EEG-Umlage und die durch die gestiegenen Kosten der vorgelagerten Netzbetreiber höheren Netznutzungsentgelte. Bei den Sondervertragskunden erfolgten im Berichtszeitraum, entsprechend den vertraglichen Laufzeiten und unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation, Preisanpassungen. Die jeweiligen Preisanpassungen orientierten sich an den geltenden Marktpreisen.

Entwicklung des Stromabsatzes im Endkundengeschäft in Mio. kWh

Der Stromverkauf an die Endkunden ist mit rd. 73 % durch den Absatz an Großkunden geprägt (1.039 Mio. kWh). Gegenüber dem Vorjahr nahm der Verkauf um 8,2 % zu. Der Absatz an die Kleinkunden, das sind in der Regel die Haushalts-, Kleingewerbe-, Landwirtschafts- und Heizstromkunden mit 393 Mio. kWh (= 27 %-Anteil) ging um 2,0 % zurück.

 

 

 

Entwicklung der Kundenzahl im Endkundengeschäft

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Vertriebskunden um 240 auf 138.320, davon betreffen die Großkunden 1.443 (+ 117) und die Kleinkunden 136.877 (+ 123).

Stromerzeugung

Die Stromerzeugung aus den Anlagen des Waldwindparks „Fasanerie“, der Windkraftanlage „Bärenholz“ und „Deindorf“, der Blockheizkraftwerke und der Photovoltaikanlagen betrug insgesamt 75,1 Mio. kWh (+ 9,7 %). 

Die REWAG hält einen 70%igen Anteil an der Lindenhardt GmbH & Co KG. Diese betreibt den Windpark „Tannberg“. Des Weiteren erwarb die REWAG KG im Dezember 2014 100 % der Anteile an der Windpark Hohenstein GmbH & Co KG mit drei Windkraftanlagen. Außerdem hält die REWAG einen 50%igen Anteil an der REGAS KG. Diese betreibt Biogasanlagen. Aus den Windparks sowie aus dem BHKW Schwandorf I entfallen auf die REWAG Erzeugungsmengen von 43,1 Mio. kWh (Vorjahr: 39,4 Mio. kWh).

Unter Berücksichtigung unseres Erzeugungsanteils aus den Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2017 damit Strommengen in Höhe von 118,2 Mio. kWh (Vorjahr: 107,9 Mio. kWh = + 9,6 %) erzeugt. Das sind rd. 36 % am gesamten Kleinkundenstromverbrauch.

Stromverteilung

Stromnetzbetreiber ist die Regensburg Netz GmbH. Die REWAG KG hat ihre Stromanlagen per Betriebspachtvertrag an die Netz GmbH verpachtet, dafür erhält sie analog der regulatorischen Ausgangsgrößen einen jährlichen Pachtzins. Weiterhin ist die REWAG für die Betriebsführung des Stromnetzes zuständig, was wiederum durch die Netz GmbH über einen Betriebsführungsvertrag vergütet wird. Insgesamt erzielte die REWAG in 2017 dadurch Umsatzerlöse von 20,2 Mio. €.

 

Weitere Daten 2015 2016 2017
Netzlänge km 4.147 4.177 4.229
eingebaute Zähler 140.894 142.342 144.018
eingebaute EEG-Zähler 4.510 4.943 5.197
Hausanschlüsse 44.733 45.291 45.897