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Stromsektor

Stromvertrieb/-Handel

Der deutsche Strommarkt war im Jahr 2022 maßgeblich durch den Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen auf die gesamt- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingun- gen geprägt. Insgesamt lag der Stromverbrauch in Deutsch- land im Jahr 2022 nach Angaben des BDEW um rd. 3,1 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Als Hauptursachen für den Rückgang im Jahr 2022 sind mildere Temperaturen sowie Nachfragerückgänge infolge des Konjunkturab- schwunges zu nennen.

Im Großkundensegment der REWAG waren die Lieferungen an die Kunden um 4,8 % rückläufig. Im Kleinkundenseg- ment verringerte sich der Absatz um 2,6 %.
Insgesamt sank der Stromabsatz an Endkunden in 2022 auf 1.172 Mio. kWh um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Beim Verkauf von Handelsmengen lag das Volumen mit 368 Mio. kWh um 21,4 % über dem Verkauf des Vorjahres.

2022 lagen die Energiepreise deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Der durchschnittliche Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent Frontjahr lag 2022 mit 87,19 US-$ mehr als 30 % über dem Vorjahreswert. Die Erdgaspreise notierten im Jahr 2022 im Mittel für das Frontjahrprodukt im Marktgebiet Trading Hub Europe (THE) mit 114,21 €/MWh um ca. 240 % über der Vorperiode. Die rückläufigen Gasexporte aus Russland bis hin am 03.09.2022 sorgten für einen enormen Preisanstieg im Jahresverlauf. Beim durchschnittlichen Strompreis zeigte sich im Jahr 2022, insbesondere zur Jahresmitte, nochmals ein massiver Preisanstieg, der im Mittelwert deutlich über dem Niveau der Vorjahre liegt. Die abflau- ende COVID19-Pandemie bewirkte einen konjunkturellen Aufschwung, der einen nachfragebedingten Preisanstieg bei Brennstoffen auslöste. Auf der Angebotsseite führten hingegen die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland zu einer Energie-Verknappung. Die unsichere geopolitische Lage verstärkte die zuvor genannten Effekte weiter und mündete in starken Preisübertreibungen. Für das Termin- produkt Base mit Lieferung im Folgejahr ist der Preis um rd. 238 % auf 298,36 €/MWh gestiegen.

Die zuletzt zum 01.01.2020 erhöhten Preise der REWAG KG blieben bei der Grundversorgung und den Stromsonderpro- dukten der Kleinkunden in allen Vertriebsgebieten zu Beginn des Berichtsjahres unverändert. Mit der Reduzierung der EEG-Umlage auf 0 ct/kWh wurden die Verbraucherpreise für Bestands- und Neukunden zum 01.07.2022 um 3,723 ct/kWh gesenkt.

Entwicklung des Stromabsatzes im Endkundengeschäft in Mio. kWh

Der Stromverkauf an die Endkunden ist mit rd. 70 % durch den Absatz an Großkunden geprägt (816 Mio. kWh). Gegenüber dem Vorjahr nahm der Verkauf um 4,8 % ab. Der Absatz an die Kleinkunden, das sind in der Regel die Haushalts-, Kleingewerbe-, Landwirtschafts- und Heizstrom- kunden mit 356 Mio. kWh (= 30 %-Anteil) sank um 2,6 %.

Entwicklung der Kundenzahl im Endkundengeschäft

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Vertriebskunden um 1.425 auf 137.027, davon betreffen die Großkunden 1.329 (- 24) und die Kleinkunden 135.698 (+ 1.449).

Stromerzeugung

Die Stromerzeugung aus den Anlagen des Waldwindparks „Fasanerie“, der Windkraftanlage „Bärenholz“, „Deindorf“, „Wetterberg-Laub“ und „Feistelberg“, der Blockheizkraft- werke und der Photovoltaikanlagen betrug insgesamt 110,4 Mio. kWh (+ 8,3 %).

Die REWAG hält einen 70%igen Anteil an der Lindenhardt GmbH & Co KG. Diese betreibt den Windpark „Tannberg“. Des Weiteren erwarb die REWAG KG im Dezember 2014 100 % der Anteile an der Windpark Hohenstein GmbH & Co KG mit drei Windkraftanlagen. Außerdem hält die REWAG einen 50%igen Anteil an der REGAS KG. Diese betreibt Biogasanlagen. Aus den Windparks sowie des BHKW Schwandorf I entfallen auf die REWAG Erzeugungsmengen in Höhe von 38,8 Mio. kWh (Vorjahr: 32,9 Mio. kWh).

Unter Berücksichtigung unseres Erzeugungsanteils aus den Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2022 damit Strommengen in Höhe von 149,2 Mio. kWh (Vorjahr: 134,8 Mio. kWh = + 10,8 %) erzeugt, davon regenerativ 146,5 Mio. kWh (Vorjahr: 132,7 Mio. kWh). Das entspricht einem regenerativen Anteil von rd. 41 % (Vorjahr: 36 %) an der gesamte Abgabe an Klein- und Haushaltskunden der REWAG KG des entsprechenden Jahres.

Stromverteilung

Eigentümer des Stromnetzes war bis 31.12.2020 die REWAG KG. Mit Wirkung zum 01.01.2021 ist das aus- schließlich dem Stromnetz dienende Anlagevermögen von der REWAG KG an die Regensburg Netz GmbH übertragen worden. Das bestehende Pachtverhältnis wurde aufgelöst. Die REWAG KG ist weiterhin teilweise mit der Betriebsfüh- rung der Stromnetzanlagen beauftragt.

Weitere Daten202020212022
Netzlänge km*4.3054.3294.350
eingebaute Zähler148.675150.174152.054
Hausanschlüsse*47.16147.40747.731

* Seit 01.01.2021 bei der Regensburg Netz GmbH