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Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

An der REWAG REGENSBURGER ENERGIE- UND WASSERVERSORGUNG AG & CO KG (REWAG KG) sind als Kommanditisten die das Stadtwerk Regensburg.Bäder und Arenen GmbH, Regensburg, mit 64,52 % sowie die Bayernwerk AG, Regensburg, mit 35,48 % beteiligt. Persönlich haftende und geschäftsführende Gesellschafterin der REWAG KG ohne Kapitalbeteiligung ist die REGENSBURGER ENERGIE- UND WASSERVERSORGUNG AG (REWAG), Regensburg.

Gegenstand der REWAG KG ist die Energie- und Wasserversorgung sowie die Telekommunikation. Hierzu gehören insbesondere die Errichtung, der Betrieb und der Unterhalt des Versorgungsnetzes. Weiterhin gehören zum Unternehmenszweck die Erzeugung, der Einkauf, der Handel und Vertrieb von Elektrizität und Gas, die Nah- und Fernwärmeversorgung, die Wassergewinnung und -verteilung sowie die Errichtung, der Betrieb und die Verpachtung von Telekommunikationsleitungen und -anlagen. Zum 31.12.2020 waren 525 (Vorjahr: 481) Mitarbeiter beschäftigt; davon waren 105 (Vorjahr: 84) teilzeitbeschäftigt.

Die REWAG KG ist an den nachfolgenden Gesellschaften direkt beteiligt:

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital %
Regensburg Netz GmbH, Regensburg 100,00
RENION Erneuerbare Energien GmbH & Co KG, Regensburg 100,00
RENION Erneuerbare Energien Verwaltungs-GmbH, Regensburg 100,00
Windpark Hohenstein GmbH & Co. KG, Regensburg 100,00
Windpark Lindenhardt GmbH & Co. KG, Regensburg 70,00
Windpark Lindenhardt Verwaltungs-GmbH, Regensburg 70,00
R-KOM Regensburger Telekommunikationsgesellschaft mbH & Co. KG, Regensburg 55,30
R-KOM Regensburger Telekommunikationsverwaltungsgesellschaft mbH, Regensburg 55,30
REGAS GmbH & Co KG, Regensburg 50,00
REGAS Verwaltungs-GmbH, Regensburg 50,00
Stadtwerke Weimar Beteiligungs-GmbH, Weimar 25,00

 

Zur wertorientierten Steuerung des Unternehmens sowie der einzelnen Sparten wird ein unternehmenseinheitliches Controllingsystem eingesetzt. Die Funktionen des Controllings sind hierbei: Planung, Information, Kontrolle/Analyse, eine ergebniszielorientierte Steuerung sowie ein aktuelles Reporting. Des Weiteren stehen im Fokus der unternehmerischen Steuerung die effiziente Verwendung der Finanzmittel und die Liquiditätssteuerung. Unsere wesentlichen Kennzahlen zur Steuerung des operativen Geschäftes und zur Beurteilung der Finanzlage sind das EBIT, der nachhaltige Unternehmensüberschuss, die ausgabewirksamen Investitionen und der Verschuldungsfaktor. Zur internen Steuerung für die nachhaltige Ertragskraft unserer Sparten verwenden wir ein um außergewöhnliche Effekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Darüber hinaus berichten wir dem Aufsichtsrat der REWAG quartalsmäßig über die Unternehmensentwicklung in Form von Plan-Ist-Abweichungen hinsichtlich Erfolgs-, Investitions-, Finanz- und Stellenplan.

Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die COVID-19-Pandemie hat die globale Wirtschaft in eine tiefe Rezession geführt. Im Laufe des Kalenderjahres 2020 ging die globale Wirtschaftsleistung nach den Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) um 3,5 % zurück (Vorjahr: + 2,9 %). Die Entwicklung und Zulassung wirksamer Impfstoffe haben die Perspektive deutlich verbessert. Kurzfristige Ausblicke sind dennoch mit großer Unsicherheit verbunden, da die weltweite Verteilung des Impfstoffes mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist. In der Eurozone ist ebenfalls eine negative konjunkturelle Entwicklung zu verzeichnen. Nach Angaben der EU wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 7,8 % in 2020 erwartet (Vorjahr: + 1,1 %). Maßgeblich hierfür war der anhaltende Rückgang der Produktion, ausgelöst durch wiederholte COVID-19-Wellen und damit verbundene Lockdown-Maßnahmen. Als Exportnation war Deutschland besonders stark von den globalen wirtschaftlichen Entwicklungen im Jahr 2020 betroffen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpft nach vorläufiger Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Berichtszeitraum um 5,0 % (Vorjahr: + 0,6 %).

 

Energierechtliche Rahmenbedingungen

Neben der Corona-Pandemie stand im Jahr 2020 das Thema Klimaschutz in Deutschland ganz oben auf der politischen Agenda. Diese Themen werden in einer Reihe von Änderungen an Gesetzen und Verordnungen im Energiebereich angesprochen:

Auf EU-Ebene wurde im März 2020 der erste Entwurf eines europäischen Klimaschutzgesetzes zur Umsetzung des Green Deals der EU vorgestellt. Ziel der EU ist es, bis in das Jahr 2050 klimaneutral zu werden. Darüber hinaus beinhaltet der Green Deal weitere Gesetzesinitiativen zum klimafreundlichen Umbau von Industrie, Verkehr, Energieversorgung und Landwirtschaft. Ergänzend hat die EU-Kommission im September 2020 den Climate Target Plan vorgelegt, nach dem bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen um 55 % gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden sollen. Im Dezember 2020 verständigten sich die Länder- und Regierungschefs auf eine Senkung um mindestens 55 %. Das finale Ziel muss in weiteren Verhandlungen zwischen EU-Rat und Parlament festgelegt werden.

Bereits im Dezember 2019 beschloss die Bundesregierung in einem Klimapaket die Einführung der CO2-Bepreisung in den Sektoren Wärme und Verkehr. Im November 2020 legten Bund und Länder eine Erhöhung der Preise für CO2-Zertifikate fest. Demnach wird der Preis im Jahr 2021 bei 25 € je Tonne CO2 liegen und stufenweise auf 55 € im Jahr 2025 ansteigen. Ab 2026 soll die Preisbildung über den nationalen Handel von CO2-Zertifikaten erfolgen. Die Anzahl der Zertifikate wird dabei jährlich reduziert. Dadurch steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Elektromobilität und der Wärmeversorgung aus nachhaltiger Erzeugung gegenüber brennstoffbasierten Lösungen.

Die Bundesregierung ergriff im Jahresverlauf eine Reihe an Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Einbrüche infolge der COVID-19-Pandemie abzuschwächen. Im Frühjahr 2020 beschloss die Regierung eine gesetzliche Regelung für Dauerschuldverhältnisse wie Strom- oder Gaslieferverträge. Demnach konnten private Verbraucher und kleine Gewerbebetriebe Zahlungen für Strom und Gas für drei Monate aussetzen, wenn sie einen Nachweis erbringen konnten, dass sie aufgrund der COVID-19-Pandemie in eine wirtschaftliche Notsituation geraten waren. Anfang Juni 2020 hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket über 130 Mrd. € beschlossen. Darin sind Mittel für die Bereiche Energie, Klimaschutz und grüne Mobilität vorgesehen. Beispielsweise werden die Prämien für den Kauf von Elektroautos verdoppelt und 2,5 Mrd. € sollen in die Erweiterung der Ladesäulen-Infrastruktur investiert werden.