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Um den gestiegenen Bedarf an Datenübertragungsvolumen in Deutschland zu bedienen, auch bedingt durch die Digitalisierungsentwicklungen durch die Corona-Pandemie, ist ein weiterer Ausbau des Breitbandnetzes zwingend erforderlich. Die Bundesregierung hat daher im September 2020 mit der EU-Kommission eine Einigung über die Förderung sogenannter „grauer Flecken“ erzielt. Demnach sollen zukünftig nicht mehr nur unterversorgte Gebiete mit einer Datengeschwindigkeit von weniger als 30 MBit/s staatlich unterstützt werden können.

Im Dezember 2020 verabschiedeten der Deutsche Bundestag und der Bundesrat das EEG 2021, das zum 01.01.2021 in Kraft getreten ist. Das Gesetz formuliert das Ziel, bis spätestens 2050 den gesamten deutschen Stromverbrauch treibhausgasneutral zu erzeugen. Für 2030 wurde ein Zwischenziel definiert, nach dem 65 % des Stromverbrauchs auf erneuerbaren Energien basieren. Hierfür wurden vom Gesetzgeber neue Ausbaupfade für Wind und Photovoltaik festgelegt. Die Windkrafterzeugung an Land soll bis 2030 auf 71 GW steigen und die Leistung von Photovoltaikanlagen auf 100 GW. Die Zuwachsraten würden somit bei 30 % bzw. 85 % liegen. Neben den Leistungssteigerungen wurden weitere Regelungen getroffen, die den Betrieb von Solar- und Windenergieanlagen verbessern. Alte Windanlagen, die nach 20 Jahren aus der Förderung fallen, können von einer Anschlussförderung profitieren. Windenergie in Süddeutschland soll über eine entsprechende Quotenregelung bevorzugt werden, um somit den Ausbau in südlichen Bundesländern zu fördern. Zusätzlich profitieren auch windschwächere Gebiete von der EEG-Förderung. Zur Entlastung der Stromverbraucher wird durch die Novelle die EEG-Umlage für 2021 auf 6,5 Cent/kWh und für 2022 auf 6,0 Cent/kWh limitiert.

 

Energiemarkt 

In Deutschland verringerte sich der Primärenergieverbrauch nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) um 8,7 % (Vorjahr: - 2,3 %). Für den deutlichen Verbrauchsrückgang sorgten vor allem die gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Verstärkt wurde der Effekt durch weitere Verbesserungen bei der Energieeffizienz, Substitutionen im Energiemix hin zu mehr erneuerbaren Energien sowie die vergleichsweise milde Witterung. Spürbar gesunkene Energiepreise im Jahresverlauf führten zu leicht verbrauchssteigernden Effekten.

Der deutsche Strommarkt war auch im Jahr 2020 durch einen starken Wettbewerb geprägt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) betrug der Anteil der Privatkunden, die von Beginn der Marktöffnung bis 2020 mindestens einmal den Versorger gewechselt haben, rd. 48 %. Insgesamt lag der Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2020 nach Angaben des BDEW um rd. 4,4 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (Vorjahr: - 2,6 %). Der Rückgang im Jahr 2020 ist stark durch die wirtschaftlichen Einschränkungen der Corona-Pandemie geprägt.

Auch auf dem deutschen Gasmarkt hat sich im Jahr 2020 der Wettbewerb weiter verschärft. Laut BDEW erhöhte sich die Wechselquote bei den Privatkunden von Beginn der Marktöffnung bis Mitte 2020 auf 38 %. Der Erdgasverbrauch in Deutschland nahm im Jahr 2020 nach BDEW-Angaben gegenüber 2019 insgesamt um rd.  3,4 % ab (Vorjahr: + 3,3 %). Der rückläufige Bedarf ist auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Sektoren Industrie und Gewerbe, Handel und Dienstleistung zurückzuführen.

Die Marktchancen für Contracting-Dienstleistungen gewinnen im Zuge des ökologischen Umbaus der Energieerzeugung deutschlandweit immer mehr an Bedeutung. Das immense Potential lässt sich anhand der Baugenehmigungen ablesen. Bei rd. 24 % der im Berichtsjahr zum Bau genehmigten Wohnungen ist ein Fernwärmeanschluss vorgesehen.

Nach vorläufigen Prognosedaten des BDEW ist der Wasserverbrauch deutschlandweit um rd. 2 % (Vorjahr:- 2,0 %) gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Entwicklung der Energiepreise

2020 lagen die Energiepreise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der durchschnittliche Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent Frontmonat lag 2020 mit 45,88 US-$ mehr als 25 % unter dem Vorjahreswert. Eine anhaltend hohe Ölproduktion und ein Nachfrageeinbruch in Folge der Corona-Pandemie führten zu starken Preisrückgängen. Die Erdgaspreise dotierten im Jahr 2020 im Mittel für das Frontjahrprodukt im Marktgebiet NetConnect Germany (NCG) mit 13,49 €/MWh um ca. 26 % unter der Vorperiode. Beim durchschnittlichen Strompreis zeigte sich nach einem anhaltenden rückläufigen Trend seit 2011 erstmals in 2017 eine Kehrtwende, die bis 2019 anhielt. Im Jahr 2020 zeigte sich erstmals wieder eine rückläufige Entwicklung. Für das Terminprodukt Base mit Lieferung im Folgejahr ist der Preis um rd. 16 % auf 40,17 €/MWh gefallen. Grundlegend hierfür ist der rückläufige Energiebedarf bedingt durch die Corona-Pandemie. Erst zum Jahresende 2020 zeigte sich ein deutlicher Preisanstieg infolge der Erholung der CO2-Zerfifikatspreise.

 

Auswirkung der wirtschaftlichen / energierechtlichen Rahmenbedingungen auf die REWAG KG  

 

Preisanpassungen

 

Strompreise

Die Preise der REWAG KG wurden bei der Grundversorgung und den Stromsonderprodukten der Kleinkunden im Grundversorgungsgebiet zum 01.01.2020 um 2,02 ct/kWh und außerhalb des Grundversorgungsgebietes um 2,95 ct/kWh erhöht. Die Umsetzung erfolgte über eine Anpassung der Grund- und Verbrauchspreise. Bei den Heizstromkunden wurde eine Preiserhöhung von 1,61 ct/kWh durchgeführt. Ursachen für die Preisanpassungen waren insbesondere die durch die gestiegenen Kosten der vorgelagerten Netzbetreiber höheren Netznutzungsentgelte und die gestiegenen Kosten für die Strombeschaffung und für die EEG-Umlage. Bei den Sondervertragskunden erfolgten im Berichtszeitraum, entsprechend den vertraglichen Laufzeiten und unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation, Preisanpassungen.

 

Erdgaspreise

Zum 01.01.2020 wurden bei der Grundversorgung Gas und den Gassonderprodukten der Kleinkunden über alle Vertriebsgebiete die Preise aufgrund gestiegener Beschaffungskosten sowie gestiegener Kosten für die Netznutzung um 0,30 ct/kWh erhöht.


Wärmepreise

Die Wärmepreise orientieren sich an der Preisentwicklung der Standard-Erdgaspreise der Gassonderkunden. Diese sind durch die Preisentwicklung bei leichtem Heizöl beeinflusst. Im Berichtsjahr sind gegenüber dem Vorjahr die Notierungen für leichtes Heizöl um 12 % gestiegen. Diese Notierungen fließen formelgebunden quartalsweise in die Preise für die Wärmekunden ein.

 

Wasserpreise

Die letztmalig zum 01.06.2018 erhöhten Wasserpreise wurden zum 01.09.2020 um 3,8 % erhöht.