Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz-Richtlinien zu.

Stromvertrieb/-Handel

Der deutsche Strommarkt war auch im Jahr 2020 durch einen starken Wettbewerb geprägt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) betrug der Anteil der Privatkunden, die von Beginn der Marktöffnung bis 2020 mindestens einmal den Versorger gewechselt haben, rd. 48 %. Insgesamt lag der Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2020 nach Angaben des BDEW um rd. 4,4 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (Vorjahr: - 2,6 %). Der Rückgang im Jahr 2020 ist stark durch die wirtschaftlichen Einschränkungen der Corona-Pandemie geprägt.

Im Großkundensegment waren die Lieferungen an die Kunden um 25,6 % rückläufig. Im Kleinkundensegment reduzierte sich der Absatz um 2,3 %.
Insgesamt reduzierte sich der Stromabsatz an Endkunden in 2020 auf 1.107 Mio. kWh um 19,2 % gegenüber dem Vorjahr.

Beim Verkauf von Handelsmengen lag das Volumen mit 502 Mio. kWh um 1,6 % unter dem Verkauf des Vorjahres.

2020 lagen die Energiepreise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der durchschnittliche Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent Frontmonat lag 2020 mit 45,88 US-$ mehr als 25 % unter dem Vorjahreswert. Eine anhaltend hohe Ölproduktion und ein Nachfrageeinbruch in Folge der Corona-Pandemie führten zu starken Preisrückgängen. Die Erdgaspreise dotierten im Jahr 2020 im Mittel für das Frontjahrprodukt im Marktgebiet NetConnect Germany (NCG) mit 13,49 €/MWh um ca. 26 % unter der Vorperiode. Beim durchschnittlichen Strompreis zeigte sich nach einem anhaltenden rückläufigen Trend seit 2011 erstmals in 2017 eine Kehrtwende, die bis 2019 anhielt. Im Jahr 2020 zeigte sich erstmals wieder eine rückläufige Entwicklung. Für das Terminprodukt Base mit Lieferung im Folgejahr ist der Preis um rd. 16 % auf 40,17 €/MWh gefallen. Grundlegend hierfür ist der rückläufige Energiebedarf ?bedingt durch die Corona-Pandemie. Erst zum Jahresende 2020 zeigte sich ein deutlicher Preisanstieg infolge der Erholung der CO2-Zertifikatspreise.

Die Preise der REWAG KG wurden bei der Grundversorgung und den Stromsonderprodukten der Kleinkunden im Grundversorgungsgebiet zum 01.01.2020 um 2,02 ct/kWh und außerhalb des Grundversorgungsgebietes um 2,95 ct/kWh erhöht. Die Umsetzung erfolgte über eine Anpassung der Grund- und Verbrauchspreise. Bei den Heizstromkunden wurde eine Preiserhöhung von 1,61 ct/kWh durchgeführt. Ursachen für die Preisanpassungen waren insbesondere die durch die gestiegenen Kosten der vorgelagerten Netzbetreiber höheren Netznutzungsentgelte und die gestiegenen Kosten für die Strombeschaffung und für die EEG-Umlage. Bei den Sondervertragskunden erfolgten im Berichtszeitraum, entsprechend den vertraglichen Laufzeiten und unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation, Preisanpassungen.

 

Entwicklung des Stromabsatzes im Endkundengeschäft in Mio. kWh

Der Stromverkauf an die Endkunden ist mit rd. 67 % durch den Absatz an Großkunden geprägt (742 Mio. kWh). Gegenüber dem Vorjahr nahm der Verkauf um 25,6 % ab. Der Absatz an die Kleinkunden, das sind in der Regel die Haushalts-, Kleingewerbe-, Landwirtschafts- und Heizstromkunden mit 365 Mio. kWh (= 33 %-Anteil) ging um 2,3 % zurück.

 

 

Entwicklung der Kundenzahl im Endkundengeschäft

Insgesamt reduzierte sich die Zahl der Vertriebskunden um 1.382 auf 133.811, davon betreffen die Großkunden 1.286 (+ 136) und die Kleinkunden 132.425 (- 1.241).

Stromerzeugung

Die Stromerzeugung aus den Anlagen des Waldwindparks „Fasanerie“, der Windkraftanlage „Bärenholz“, „Deindorf“, „Wetterberg-Laub“ und „Feistelberg“ (Inbetriebnahme im Dezember 2019), der Blockheizkraftwerke und der Photovoltaikanlagen betrug insgesamt 11,3 Mio. kWh (+ 22,8 %).

Die REWAG hält einen 70%igen Anteil an der Lindenhardt GmbH & Co KG. Diese betreibt den Windpark „Tannberg“. Des Weiteren erwarb die REWAG KG im Dezember 2014 100 % der Anteile an der Windpark Hohenstein GmbH & Co KG mit drei Windkraftanlagen. Außerdem hält die REWAG einen 50%igen Anteil an der REGAS KG. Diese betreibt Biogasanlagen. Aus den Windparks sowie des BHKW Schwandorf I entfallen auf die REWAG Erzeugungsmengen von 41,7 Mio. kWh (Vorjahr: 40,8 Mio. kWh).

Unter Berücksichtigung unseres Erzeugungsanteils aus den Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2020 damit Strommengen in Höhe von 155,0 Mio. kWh (Vorjahr: 133,1 Mio. kWh = + 16,5 %) erzeugt. Das sind rd. 48 % (Vorjahr: 41 %) am gesamten Haushaltsstromverbrauch.

 

Stromverteilung

Stromnetzbetreiber ist die Regensburg Netz GmbH. Die REWAG KG hat ihre Stromanlagen per Betriebspachtvertrag an die Netz GmbH verpachtet, dafür erhält sie analog der regulatorischen Ausgangsgrößen einen jährlichen Pachtzins. Weiterhin ist die REWAG KG für die Betriebsführung des Stromnetzes zuständig, was wiederum durch die Netz GmbH über einen Betriebsführungsvertrag vergütet wird. Insgesamt erzielte die REWAG in 2020 dadurch Umsatzerlöse von 23,2 Mio. €.

 

Weitere Daten 2018 2019 2020
Netzlänge km 4.269 4.275 4.305
eingebaute Zähler 145.158 147.938 148.675
Hausanschlüsse 46.350 46.694 47.161